Startseite

FIV - Feline Immumdefizienz (Katzen-Aids)



Leider gibt es immer noch reichlich Vorurteile über FIV, was dazu führt, dass viele Katzen alleine leben müssen, oder - wie im Fall von Summer und Curly - keine Interessenten finden, die sie aufnehmen wollen.

Darum bieten wir hier die Gelegenheit, Euch aufgrund von einigen Fakten  eine eigene Meinung zu bilden.

Unser Tipp: Beim Stichwort FIV (felines Immundefizienzvirus) bitte erst einmal gelassen bleiben. Die Diagnose FIV ist „nicht schön“ – aber es gibt wesentlich Schlimmeres.

Infektion

Hauptsächlich wird FIV durch Bissverletzungen, z.B. beim Deckakt oder bei Revierkämpfen übertragen. Vorallem durch unkastrierte Freilaufkater, die auch selbst die häufigsten Opfer der Krankheit sind.

Ein anderer nachweislicher Übertragungsweg ist von einer FIV-infizierten Mutter zu den ungeborerne Kitten. Es ist aber nicht unbedingt gesagt, dass alle Kitten einer FIV-Positiven Mutter ebenfalls FIV-Positiv sein müssen. Es ist sogar möglich, dass alle Kitten gesund sind. Ein Test sollte nach frühestens fünf bis sechs Monaten gemacht werden, da sie vorher falsch positiv auf das Immunsystem der Mutter getestet werden könnten.

Häufig liest man im Internet, dass eine Übertragung nur "Blut zu Blut" möglich ist. Das stimmt so nicht ganz: Das Virus kann im alltäglichen Zusammenleben auch über den Speichel übertragen werden.

„Der Virus wird über den Speichel übertragen. Deswegen sind Bisse der Hauptübertragungsweg, hierbei kommt es zu einem direkten Kontakt zwischen dem infizierten Speichel und dem Blut der noch nicht erkrankten Katze.“ Quelle: petsnature.de

„Katzen, die sich in der ‚Ruhephase‘ der Infektion befinden scheiden nur geringfügig Virus mit dem Speichel aus, so dass eine Ansteckung über Futterschalen so gut wie ausgeschlossen werden kann.“ Quelle: laboklin.de

„Außerhalb der Katze ist das Virus äußerst instabil und kann unter normalen Bedingungen kaum überleben, das bedeutet, dass eine Ansteckung beim friedlichen Zusammenleben mehrerer Katzen sehr unwahrscheinlich ist.“ Quelle: respektiere.com

Es gibt auch Studien zu Katzenkolonien, in denen während vieler Jahre einzelne mit FIV infizierte Katzen mit nicht infizierten zusammenlebten, ohne dass es zu weiteren Infektionsfällen kam.


Krankheitsverlauf

Zwischen der Infektion und dem Auftreten von Symptomen können Jahre liegen. Eine einmal infizierte Katze bleibt dies lebenslang. Jedoch können FIV-infizierte Katzen sehr alt werden und auch an Krankheiten sterben, die nichts mit FIV zu tun haben.

Der Verlauf der Krankheit ist, wie bei jeder Krankheit, sehr individuell. Nach und nach baut sich das Immunsystem über die Jahre immer weiter ab und kann - aber muss nicht - einen kritischen Punkt erreichen, an dem es anfängt zusammenzubrechen.

FIV-Katzen können sehr viele Jahre ohne Symptome der Erkrankung leben und sind NICHT wie oft vermutet ihr Leben lang automatisch anfälliger für Krankheiten.

FIV-positive Katzen können sehr alt werden und schließlich an was auch immer sterben, das mit FIV gar nichts zu tun hat. FIV ist KEIN Todesurteil.

Behandlung

Hier gehen die Meinungen der Ärzte auseiander, denn manche Tierärzte empfehlen das Immunsystem zu unterstützen, während widerum andere genau davon abraten. Sie sagen, dass eine Immunstilmuation zu einem Fortschreiten der FIV-Infektion führen kann.

Wichtig ist auf jeden Fall: Erkrankt eine infizierte Katze an was auch immer sollte sie genauso behandelt werden wie eine negative Katze. Niemals sollte man auf medizinische Therapien verzichten, nur weil die Katze FIV hat und das Immunsystem es vermeindlich "sowieso nicht schafft".

Einige Medikamente, wie z.B. Cortison, sollten bei FIV nach Möglichkeit vermieden werden. Jedoch, wenn das die einzige Option auf Heilung ist, sollte man diese nutzen.

Bitte klärt alle offenen Fragen für eure individuelle Situation (Freigang, Impfung, Behandlung etc.) mit dem Tierarzt eures Vertrauens, aber gebt eure Katze auf keinen Fall auf. Sollte euer Tierarzt das tun, dann holt bitte eine Zweitmeinung ein.


Impfung



Gegen diese Erkrankung ist keine Impfung möglich.

Mehr Informationen finden Sie hier