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Checkliste vor Anschaffung eines Hundes

Schön, dass ihr euch entschieden habt einem Tierschutz-Hund ein Zuhause zu geben. Vielleicht sogar einem Welpen? Es ist schon wirklich niedlich, wenn so ein tapsiger kleiner Kerl durch die Wohnung läuft. Die Entscheidung für einen Hund bringt aber auch viel Verantwortung und daher viele Überlegungen vorab mit sich.

Deshalb haben wir euch auch hier eine Checkliste erstellt, die ihr vorab durchgehen könnt.

Bei Fragen und Tipps könnt ihr euch gerne an uns wenden!

  1. Darf ich einen Hund in der Wohnung/im Haus halten?
    Wie bereits erwähnt, ist dies eine der essenziellsten Fragen, wenn es um die Anschaffung eines Hundes geht. Zuerst muss unbedingt geklärt werden, ob der Vermieter mit der Hundehaltung einverstanden ist. Wer hingegen im 15. Stock eines Betonblocks, in einer vielleicht 20qm² großen Wohnung wohnt, und weit und breit keinen Park in der Nähe hat – der sollte sich das mit dem Vierbeiner noch mal gut überlegen.
  2. Bin ich bereit, mich in den nächsten ca. 15 Jahren ausgiebig um einen Hund zu kümmern?
    Niemand weiß, was die Zukunft bringt, aber die potenzielle Bereitschaft, sich viele Jahre um das Tier zu kümmern, auch wenn es älter wird, sollte vorhanden sein.
  3. Bin ich körperlich fit genug, um dem Hund gerecht zu werden?
    Jeder Hund braucht Auslauf und will auch mal spielen und toben. Spaziergänge bei Wind und Wetter gehören dazu – deshalb sollte auch die Gesundheit mitspielen.
  4. Habe ich genügend Zeit für einen Hund?
    Wer ständig nur im Büro, auf Geschäfts- und Urlaubsreisen oder mit Freunden in Clubs unterwegs ist, sollte sich wohl besser eingestehen, dass er keine Zeit für einen Hund hat. Die Vierbeiner sollten grundsätzlich nicht länger als vier bis fünf Stunden am Tag alleine bleiben müssen.
  5. Kann ich den Hund mit in den Urlaub zu nehmen / ihn irgendwo unterbringen?
    Wer gerne viel verreist, muss sich überlegen, ob man fortan bereit ist, Urlaub mit Hund zu machen – beispielsweise an der See, wo es Hundestrände gibt. Oder man sollte schon vor dem Hundekauf eine Alternative zur Hand haben. Am besten spricht man mit den Verwandten. Im Notfall lassen sich zwar immer noch Tierpensionen oder Heimtier-Sitter finden, besser ist es jedoch, wenn man sich auf den Rückhalt der Familie verlassen kann.
  6. Habe ich Bekannte, Freunde, Familienmitglieder, die auf den Hund aufpassen würden?
    Nicht nur wenn es ums Thema Urlaub oder Arbeit geht, sollten Sie jemanden haben, der sich bereit erklärt, ab und an den Hund zu hüten. Auch für Krankheitsfälle, spontane Besorgungen in hundefreien Läden oder für wichtige Termine, bei denen der Vierbeiner zuhause bleiben müsste, sollte ein vertrauensvoller Hunde-Sitter potenziell verfügbar sein.
  7. Ist es mir/uns gesundheitlich möglich, einen Hund so halten? (Thema Allergien)
    Traurig wird es für alle, wenn man sich aneinander gewöhnt sowie lieben gelernt hat und dann muss der Hund aus gesundheitlichen Gründen abgegeben werden. Prüfen Sie vorher, wenn es nicht sicher ist, ob beispielsweise Allergien der Hundehaltung im Wege stünden. Das gilt natürlich für alle Mitglieder des Haushalts.
  8. Habe ich Erfahrung mit Hunden oder bin ich bereit, mich umfassend zu informieren?
    Manche Hunde werden aufgrund von Verhaltensstörungen bzw. ‚Ungehorsam‘ ins Tierheim gebracht/weggegeben. Allerdings lassen sich diese Probleme nicht selten auf eine falsche Erziehung zurückführen. Wenn man bisher noch kaum, bis gar keine Erfahrung mit der Hundehaltung hat, gilt es sich umfassend zu informieren und einzulesen. Zudem sollte man auch professionelle Hilfe, beispielsweise in Form einer Welpen- oder Hundeschule, in Anspruch nehmen. Der Besuch einer Welpenschule ist aber auch für bereits erfahrene Halter empfehlenswert, da der Hund von klein auf soziale Kontakte knüpft und mit Artgenossen zusammenkommt.
  9. Habe ich genügend finanzielle Mittel um die laufenden Kosten zu tragen?
    Mit einem Hund kommen neben dem (im Verhältnis betrachtet geringen) Anschaffungspreis auch laufende Kosten auf Sie zu. Ob Futter, Ausstattung, Steuer, Versicherung, Geld für Ausbildung und ggf. Betreuung, Medikamente oder teure Tierarztbesuche: Mit 100 bis 200 Euro pro Monat sollte man schon rechnen.
  10. Bin ich bereit auch meine Freizeitaktivitäten dem Hund anzupassen?
    Ein Vierbeiner kann nicht nur Schwierigkeiten bzgl. der Berufstätigkeit mit sich bringen – auch die Freizeitaktivitäten müssen zum Teil angepasst werden. Denn ein Hund will schließlich nicht nur von montags bis freitags oder von 8:00 bis 18:00 Uhr beschäftigt werden.Neben dem zeitlichen Aspekt kann ein Hund aber auch weitere Einschränkungen mit sich bringen: Haben Sie beispielsweise Allergiker im Freundes- oder Bekanntenkreis oder hat jemand Angst vor Hunden, könnten sich zukünftige Treffen schwierig gestalten. Und ein Shoppingbummel in der Stadt? Sicher ist es möglich, den Hund mitzunehmen aber große Menschenmassen können zu Stress beim Tier führen und man kann den Vierbeiner nicht in alle Geschäfte mit hineinnehmen.
    Tipp: Erstellen Sie eine Liste mit all Ihren Hobbys und Freizeitaktivitäten, die Sie gerne unternehmen. Überlegen Sie sich anschließend, welche davon uneingeschränkt mit einem Hund vereinbar sind (bspw. Wandern) und welche andererseits zukünftig schwer/eingeschränkt/gar nicht mehr durchführbar wären.
  11. Kann ich damit leben, dass ein Hund Dreck/Unordnung macht?
    Hunde wälzen sich im Schlamm, tragen Blättern mit rein, knabbern auch mal Möbelstücke oder Kleidung an, werfen vielleicht ihren Napf um, sabbern, haaren und entleeren sich teilweise auf dem Teppich. Es bedarf also eines gewissen Mehraufwandes die Räumlichkeiten sauber zu halten, wenn man mit einem Hund zusammenlebt. Dessen sollten Sie sich vorher bewusst sein.
  12. Beim Welpenkauf: Kann ich mich rund um die Uhr um den Welpen kümmern?
    Ein Welpe kann und soll zwar nicht stundenlang spazieren geführt werden – dafür muss er öfter raus. Manchmal auch nachts. Er muss sich eingewöhnen, stubenrein werden, muss Grundkommandos lernen und eine Verbindung zu Ihnen/zur Familie aufbauen. Das alles nimmt viel Zeit in Anspruch – die Anschaffung und Erziehung/Pflege eines Welpen kann gut und gerne als Fulltime-Job bezeichnet werden. Hierfür sollten Sie sich Urlaub nehmen können, wenn Sie berufstätig sind. Denn ein Welpe hat meistens auch nichts in einem Büro zu suchen – insbesondere nicht, wenn es nicht Ihr Büro ist.
  13. Unterstützt mich meine Familie/mein Freundeskreis beim Hundekauf?
    Nur weil ein entfernter Bekannter keine Hunde mag, sollte man sich natürlich nicht davon abbringen lassen, sich einen Vierbeiner anzuschaffen. Allerdings sollten Sie mit möglichst vielen Parteien über Ihr Vorhaben sprechen. So erfahren Sie nicht nur, wer bereit wäre, sich mal um den Hund zu kümmern – vielleicht wird auch etwas angemerkt, woran Sie noch nicht gedacht haben. Zudem macht ein Hund an sich schon genug Arbeit, auch ohne, dass sie sich mit Ellenbogen gegen die Familie erwehren müssen oder eine Krise ausbricht.
  14. Bin ich geduldig, liebevoll, einfühlsam und trotzdem stark genug für einen Hund?
    Ein Hund ist ein eigenständiges Lebewesen, das nicht unbedingt immer genau das tun wird, was Sie gerade von ihm/ihr wollen. Mal bellt der Hund, mal kriegt er nicht genug vom Spielen, mal stibitzt er Lebensmittel oder durchwühlt den Müll: Derartiges darf Sie ruhig nerven, aber trotzdem dürfen Sie die Nerven nicht verlieren. Aggressionen haben in der Hundeerziehung nichts zu suchen – hier geht es vielmehr um Geduld und Einfühlungsvermögen. Trotzdem müssen Sie auch hart genug sein, um beispielsweise den bettelnden Hundeaugen widerstehen zu können.
  15. Bin ich bereit, den Hund in guten wie in schlechten Zeiten zu begleiten?
    Hunde spüren es, wenn Herrchen und Frauchen Kummer oder Schmerzen haben, traurig oder glücklich sind. Sie sind für ihre Menschen da und stehen ihnen treu zur Seite – in guten wie in schlechten Tagen. Die Frage ist: Können Sie das auch? Sind Sie bereit, ihm diese Liebe zurückzugeben, ihn zu trösten, zu halten und bei Krankheit oder im hohen Alter zu pflegen? Und wären Sie auch bereit, immer zum Wohlergehen Ihres Tiers zu entscheiden, selbst wenn die Entscheidung schmerzt? Kurzum: Könnten Sie einen Hund bedingungslos lieben – als Lebewesen, nicht als Gegenstand! – und würden Sie alles in Ihrer Macht stehende tun, damit es ihm gut geht? Denn genau das tut ein Hund normalerweise für seinen geliebten Menschen.